Wenn das Absehen wandert: Parallaxe verstehen und korrigieren

Wenn das Absehen wandert: Parallaxe verstehen und korrigieren

Wenn das Absehen wandert: Parallaxe verstehen und korrigieren

Parallaxe kann dazu führen, dass sich das Absehen im Zielfernrohr scheinbar verschiebt. Wer den Effekt kennt und richtig einstellt, sorgt für mehr Präzision im Revier.

Aufnahme aus einem Schießstand. Ein Jäger sitzt und hat eine Waffe im Anschlag.

Foto: Markus Lück

Was Parallaxe am Zielfernrohr bedeutet

Parallaxe beschreibt einen optischen Effekt: Beim seitlichen Blick durch das Okular verschiebt sich das Absehen scheinbar gegenüber dem Zielbild, obwohl Waffe und Ziel unverändert bleiben. Ursache ist, dass sich Zielbild und Absehen nicht in derselben optischen Ebene befinden. Schaut der Jäger nicht mittig durchs Zielfernrohr, entsteht ein Winkel – und damit eine scheinbare Abweichung.

In der jagdlichen Praxis kann das bedeuten, dass Halte- und Treffpunkt nicht übereinstimmen. Besonders entscheidend wird dieser Effekt bei hohen Vergrößerungen und auf größere Distanzen. Zielfernrohre sind in der Regel werkseitig für eine bestimmte Distanz parallaxefrei eingestellt. Bei Zielfernrohren für die Jagd liegt diese parallaxefreie Entfernung bei 100 Metern. Auf diese Entfernung fallen Zielbild und Absehen optisch zusammen, sodass keine sichtbare Absehenwanderung auftritt. Schießt man jedoch auf deutlich größere Distanzen oder nutzt hohe Vergrößerungen, kann der beschriebene Effekt auftreten.

Parallaxenausgleich in der Praxis

Moderne Zielfernrohre verfügen häufig über einen Parallaxenausgleich – entweder über einen Ring am Objektiv oder über einen seitlichen Verstellturm. Mit dieser Einstellung wird das Zielbild so verschoben, dass es mit der Absehenebene deckungsgleich ist. Ziel ist es, die optische Differenz zu beseitigen und das Absehen auch bei minimaler Kopfbewegung stabil auf dem Ziel zu halten. In der Praxis gehst du dabei systematisch vor. Zunächst wird das Okular korrekt eingestellt, sodass das Absehen für dein Auge scharf erscheint. Diese Einstellung betrifft ausschließlich das Absehen und sollte nicht mit der Entfernungseinstellung verwechselt werden. Anschließend wird das Ziel anvisiert und über den Parallaxenausgleich scharf gestellt.

Grafik zur Veranschaulichung der Parataxe an einem Zielfernrohr.

Bei korrekt eingestellter Parallaxeentfernung verschiebt sich das Absehen auf dem Ziel nicht – egal ob der Schütze schräg durch das Zielfernrohr schaut. Grafik: Markus Lück

Grafik zur Veranschaulichung des Parallaxefehlers an einem Zielfernrohrs.

Liegt das Ziel deutlich außerhalb der parallaxefreien Distanz des Zielfernrohrs, verschiebt sich das Absehen auf dem Ziel bei schrägem Einblick des Schützen teils deutlich. Foto: Markus Lück

Ob das Glas tatsächlich parallaxefrei eingestellt ist, lässt sich einfach prüfen: Bewege deinen Kopf minimal nach links, rechts oder oben und unten, ohne die Waffe zu bewegen. Bleibt das Absehen exakt auf dem Ziel stehen, ist die Einstellung korrekt. Wandert es sichtbar, sollte nachjustiert werden. Die aufgedruckte Entfernungsskala dient dabei lediglich als Orientierung – entscheidend ist immer der visuelle Eindruck im Glas. Je höher die Vergrößerung, desto deutlicher fällt ein Parallaxefehler auf. Deshalb empfiehlt es sich, die Einstellung bei höherer Vergrößerung zu kontrollieren und erst danach auf die gewünschte jagdliche Vergrößerung zurückzugehen.

Bedeutung für die jagdliche Praxis

Für viele Jagdsituationen im mittleren Entfernungsbereich bleibt Parallaxe bei sauberem Anschlag und moderater Vergrößerung unkritisch. Dennoch kann sie bei wechselnden Distanzen oder kleinen Zielen eine Rolle spielen. Besonders dann, wenn Zeitdruck oder ungewohnte Anschläge hinzukommen, lohnt sich ein kurzer Kontrollblick. Entscheidend bleibt neben der Einstellung am Glas auch eine konstante Kopfhaltung. Ein reproduzierbarer Anschlag sorgt dafür, dass das Auge automatisch mittig hinter dem Okular steht. So wird das Risiko eines Parallaxefehlers zusätzlich reduziert.

Wer Parallaxe versteht, erkennt schnell: Es handelt sich nicht um ein theoretisches Problem, sondern um einen optischen Faktor, der sich kontrollieren und beherrschen lässt. Mit korrekt eingestelltem Zielfernrohr sowie sauberem Anschlag kann jedoch nichts schiefgehen.

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Die erste Büchse für den Jäger – 7 Tipps

Die erste Büchse für den Jäger – 7 Tipps

Die erste Büchse für den Jäger – 7 Tipps

Endlich! Die Jagdscheinprüfung ist nach langem sowie intensivem Lernen abgelegt. Der Geldbeutel ist bei vielen Jungjägern zu diesem Zeitpunkt arg strapaziert. Und jetzt warten doch noch so einige Anschaffungen. Nachfolgend meine sieben Tipps zur Auswahl Deiner ersten Büchse.

Bildmontage aus drei Bildern. In der Mitte ist der Kopf eines Mannes zu sehen, der fragend nach oben schaut. Links ist ein Bild eingebaut, auf dem ein Repetierer zu sehen ist. Rechts ist ein weiteres Bild eingebaut, auf dem ein Drilling zu sehen ist.

Foto: Markus Lück

Qual der Wahl – die erste Büchse für den Jäger

Nach der langen Phase des Lernens ist es endlich geschafft. Die Jagdscheinprüfung ist absolviert. Jetzt kann es richtig losgehen. Doch langsam! Bevor der Jungjäger selbst auf Pirsch oder Ansitz gehen kann, stehen bei vielen Jagdneulingen einige Anschaffungen an. Von der geeigneten Bekleidung, über die warmen Schuhe, bis hin zu Fernglas und Jagdwaffe muss danach so einiges angeschafft werden. Und das kann verdammt rasch ins Geld gehen. Zudem verliert der Jungjäger bei dem reichhaltigen Angebot auf dem Gebrauchtmarkt sowie im Fachhandel rasch den Überblick. Vor allem bei der Auswahl der ersten Büchse tun sich viele Jäger schwer. Denn Gewehr und Zieloptik können schnell mehrere Tausend Euro kosten. Da sollte die Auswahl gut überlegt sein, damit die Freude an der ersten Büchse für die Jagd möglichst lange besteht. Im Folgenden gebe ich einige Tipps und Gedankenanstöße zur Auswahl Eurer ersten Büchse. Viel ist Geschmackssache, für einiges gibt es jedoch auch gute Gründe.

Gebraucht geht auch

Wie bei zahlreichen anderen Gegenständen auch, lassen sich auch im schier endlosen Angebot an Gebrauchtwaffen wahre Schnäppchen machen. Doch Vorsicht, insbesondere Jagdanfänger sollten nicht wahllos bei gebrauchten Waffen zuschlagen. Denn nicht alle Gebrauchten sind in einem guten Zustand. Und häufig lassen sich selbst schwerwiegende Mängel nicht einfach erkennen. Ich selbst bin vor rund zehn Jahren beim Kauf eines gebrauchten Drillings auf die Nase gefallen. Im Rahmen eines Schießstandbesuchs schoss ich den alten Drilling damals Probe. Alles passte zu diesem Zeitpunkt. Doch dann einige Wochen später die Ernüchterung. Denn die Treffer auf dem ersten Schießstandbesuch schienen zufällig im Schwarzen gelegen zu haben. Die 7 x 57R streute bei Schussgruppen von 3 Schuss und mehr beinahe über die gesamte DJB-Rehbockscheibe. An Jagd war somit mit dieser Waffe nicht zu denken. Eine gründliche Untersuchung beim Büchsenmacher ergab, dass die Verlötung des Laufbündels schadhaft war. Was folgte war eine äußerst zähe Auseinandersetzung mit dem Verkäufer.

Beim Gebrauchtwaffenkauf rate ich deshalb insbesondere unerfahrenen Jägern zum Kauf beim Fachmann bzw. zu einer Überprüfung der favorisierten Gebrauchten durch einen Büchsenmacher. Sei es das Laufinnere, die Schlossmechanik oder auch die möglicherweise vorhandene Zielfernrohrmontage – alles kann vom Fachmann sorgsam begutachtet werden. Etwaige Mängel werden somit erkannt und der Jungjäger kann bei erfolgter Überprüfung guten Gewissens zuschlagen.

Standard- anstatt Spezialkaliber

Die Palette an jagdlich nutzbaren Büchsenkalibern ist riesengroß. Und jeder Jäger hat bei der Wahl des vermeintlich richtigen Kalibers seine ganz eigene Meinung. Kein Wunder, dass mehrere Stunden andauernde Stammtischgespräche einzig und allein ein Thema haben: Das „richtige“ Kaliber. Geht es um die erste Büchse für den jagdlichen Einsatz in durchschnittlichen deutschen Revieren, in denen überwiegend Rehwild und ggf. das eine oder andere Stück Hochwild erbeutet wird, rate ich grundsätzlich bei der Auswahl der ersten Büchse für die Jagd zu einem „Standardkaliber“. Kaliber wie beispielsweise .308 Win., .30-06, 8×57, oder 7×64 sind allesamt gut geeignet um damit selbst starke Vertreter von Reh-, Schwarz- sowie Rotwild zu erlegen. Keines der vorgenannten Kaliber kommt dabei an seine Leistungsgrenzen. Zumal das verwendete Geschoss aus meiner Sicht deutlich entscheidender als das Kaliber selbst ist. Der Vorteil von zuvor genannten Standardkaliber, und dabei insbesondere von .308 Win. Und .30-06 ist die gute Verfügbarkeit von Fabrikmunition am Markt. Patronen in diesen Kalibern sind in jedem guten Jagdgeschäft zu bekommen. Die Palette an unterschiedlichen Geschossen in diesen Kaliber ist ebenfalls sehr sehr groß. Und zudem ist die Munition in Standardkalibern im Vergleich zu Patronen für Spezialkaliber wie beispielsweise 5,6x52R, 6,5×65 oder .270 WSM deutlich günstiger. Insbesondere dem Jungjäger, der seine Schießfertigkeiten hoffentlich noch im Rahmen von stetigen Schießstand- oder Schießkinobesuchen verbessern sollte, sollte dies wichtig sein. Denn so lässt sich eine Menge Geld sparen. Sollte im weiteren Verlauf des Jägerlebens dann mal eine Bergjagd anstehen, bei der weite Schüsse jenseits der 200 Meter eher die Regel als sie Ausnahme sind, kann er immer noch über eine andere Jagdwaffe nachdenken. Im Übrigen besteht bei den meisten Jagdreisen auch die Möglichkeit auf eine Leihwaffe zurückzugreifen.

Repetierer für den Anfang

Drilling, Bockbüchsflinte, Büchsflinte oder elegante Kipplaufbüchse – für jede der vorgenannten Typen von Jagdwaffen gibt es wahre Liebhaber. Ich würde bei der ersten Jagdwaffe jedoch definitiv zu einem Repetierer raten. Repetierer haben gegenüber allen anderen vorgenannten Typen einige Vorteile. Zum einen sind sie in der Regel günstiger als die vorgenannten Waffentypen. An dieser Stelle kommt es natürlich sehr stark auf Hersteller und Waffenkonfiguration an. Doch ein neuer Repetierer wird in aller Regel deutlich günstiger als ein neuer Drilling desselben Herstellers sein. Weiterhin hat ein Repetierer den entscheidenden Vorteil des raschen Folgeschusses mit einer Büchsenpatrone. Kritiker werden nun sagen, eine Doppelbüchse oder ein Doppelbüchsdrilling können dies genauso gut. Die ist richtig. Doch beim dritten Schuss ist dann bei einer Doppelbüchse definitiv und auch bei den meisten Drillingen Ende im Gelände. Zugegeben drei Büchsenschüsse in Folge werden im jagdlichen Alltag nicht allzu häufig benötigt. Bei einer Drückjagd kann ein rascher zweiter sowie dritter Folgeschuss jedoch ausgesprochen hilfreich sein.

Repetierer sind zudem wahre Allrounder. Von der Drückjagd, Ansitz, sowie Pirsch bis hin zu ausgiebigen Schießstand- beziehungsweise Schießkinobesuch lässt sich mit den einläufigen Büchsen fast alles zuverlässig und bequem meistern. Eine ausgiebige Pirsch mit einem bleischweren Drilling kann einem da rasch die Laune vermiesen.

Geradezug und Handspanner – Kann, aber kein Muss!

In den vergangenen Jahren hat sich bei neuen Repetierer ein klarer Trend hin zu Geradezugrepetierern mit Handspannung ergeben. Keine Frage, es gibt für diese beiden Ausstattungsmerkmale gute Gründe. So erlaubt ein Geradezugverschloss das bequeme „im Ziel bleiben“ des Schützen bei einem Folgeschuss. Handspanner bieten im Vergleich zu allen Sicherungen an Jagdwaffen die höchstmögliche Sicherheit. Denn aus einer ungespannten Waffe kann sich unter keinen Umständen ein Schuss lösen. Nichtsdestotrotz sind sowohl ein Geradezugverschluss als auch die Handspannung keinesfalls ein Muss. Bei ausreichendem Training damit Gewohnheit des Schützen an seine Jagdwaffe kann ein geübter Schütze auch mit einem Drehkammerverschluss rasche Folgeschüsse abgeben und dabei sogar zuverlässig treffen. Ich habe vor vielen Jahren mal einen Test dazu gemacht. Ergebnis: Bei ausreichender Gewohnheit und damit Übung ist kaum ein Unterschied zwischen einem Geradezug- sowie Drehkammerverschluss erkennbar.

Ich muss zugegeben, ich bin ein großer Freund von Handspannern. Sie geben mir als Jäger größtmögliche Sicherheit, wenn ich eine geladene Waffe bei mir trage. Doch auch eine Handspannung ist keinesfalls ein Muss bei der ersten Jagdwaffe! Je nach Sicherungskonstruktion bieten auch Sicherungen an Jagdwaffen unterschiedlich hohe Sicherheit. Beispielsweise Schlagbolzensicherungen, wie sie bei zahlreichen klassischen 98-Repetierern verbaut sind, bieten große Sicherheit bei geladener Waffe.

Ein Gewinde für den Dämpfer

Schalldämpfer haben im vergangenen Jahrzehnt Einzug in zahlreiche Jägerhaushalte erhalten. Und das hat gute Gründe! Keine Frage, es ist problemlos möglich ohne Schalldämpfer zu jagen. Ich habe dies viele Jahre lang sehr erfolgreich getan. Doch heute gebe ich, wenn es denn nicht unbedingt sein muss, keinen Büchsenschuss mehr ohne einen angebrachten Dämpfer ab. Neben dem Schutz des Gehörs sorgt ein Dämpfer bei vielen Schützen auch für eine bessere Schussleistung. Zudem wird das Mündungsfeuer nach dem Schuss eliminiert. Seitdem ich einen Schalldämpfer an meiner Repetierbüchse nutze, schieße ich deutlich lieber und obendrein besser. Stände ich vor der Wahl meiner ersten Büchse würde ich deshalb unbedingt darauf achten, dass die Waffe im Optimalfall bereits über ein Mündungsgewinde verfügt. In zahlreichen Ausbildungskursen schießen die Jagdscheinaspiranten auf dem Wege ihrer Ausbildung bereits mit gedämpften Waffen. Und die meisten, die einmal mit Dämpfer geschossen haben, wollen den Schalldämpfer auch im späteren jagdlichen Alltag nicht mehr missen.

Variables Zielfernrohr

Während die Güte und Lichtstärke eines Zielfernrohrs noch vor einigen Jahren ein ganz entscheidender Faktor bei der Auswahl des richtigen Glases war, nimmt die Bedeutung dieser beiden Faktoren seit Legalisierung von Vorsatztechnik stetig ab. Insbesondere die letzten Quäntchen Leistung in der Dämmerung gehen bei Zielfernrohren mächtig ins Geld. Großformatige Zielfernrohre der Premium-Marken liegen deshalb rasch bei mehreren Tausend Euro Neupreis. Doch seit dem Einzug der Vorsatztechnik wandelt sich dies. Objektivdurchmesser von 56 und mehr sind heut nicht mehr zwingend nötig, um in der Nacht oder späten Dämmerung zu jagen. Der Trend geht hin zu 50er-Objektivdurchmessern und darunter. Viel wichtiger als der Objektivdurchmesser ist aus meiner Sicht die Variabilität eines Zielfernrohrs. Optimal ist deshalb ein Glas, welches über eine variable Vergrößerung verfügt. Ein Vergrößerungsbereich von 2- bis 10-fach erlaubt sowohl den Einsatz bei einer Bewegungsjagd als auch den Schuss auf Distanzen von 200 Metern und mehr auf dem Ansitz. Ein Leuchtpunkt, wie er mittlerweile in vielen Zielfernrohrmodellen heute Standard ist, erleichtert die rasche Zielerfassung bei Bewegungsjagden und ist auch – fein gedimmt – in der späten Dämmerung ein gutes Hilfsmittel. Ist bereits vor Anschaffung des Glases klar, dass in jedem Fall mit Vorsatztechnik geschossen werden soll, kann es sinnvoll sein, über einen Parallaxenausgleich am Glas nachzudenken. Diese Verstellung erleichtert den Einsatz von Vorsatztechnik und sorgt für rattenscharfe Bilder beim Blick durch die Optik.

Achtung, Montage!

Auf gebrauchten Waffen ist häufig bereits ein Zielfernrohr montiert. Insbesondere die Montage sollte sich der potentielle Käufer genau anschauen. Denn alte Zielfernrohrmontagen machen den Wechsel des Zielfernrohrs häufig relativ teuer. Moderne Montagen, wie beispielsweise auf einer Picatinny-Schiene erlauben es dem Jäger hingegen (mit geeignetem Werkzeug und ausreichenden Kenntnissen), ein neues Zielfernrohr selbst auf der Waffe zu montieren. Und selbst wenn der Jäger sich dies nicht selbst zutraut ist die Montage eines neuen Zielfernrohrs beispielsweise auf einer Picatinny-Schiene deutlich günstiger als bei Vorhandensein einer Suhler-Einhak-Montage. Beim Kauf einer gebrauchten Waffe sollte dieser Punkt deshalb unbedingt bei Überprüfung der Waffe durch einen Fachmann angesprochen werden. Denn steht fest, dass ein neues Zielfernrohr montiert werden soll, kann ein Wechsel der Montage unter Umständen rasch ins Geld gehen.

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Das gehört in den Drückjagdrucksack

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Auf einer Drückjagd ist man als Standschütze teils den ganzen Tag im Revier unterwegs. Die benötigste Ausrüstung muss deshalb immer mitgeführt werden. Was ich in meinen Rucksack für die Drückjagd packe, erläutere ich in diesem Beitrag.

Mittig im Bild steht ein Jagdrucksack. Drumherum sieht man eine Packung Munition, ein Aufbrechmesser, ein normales Jagdmesser, einen Gehörschutz, sowie einen Jagdschein.
Foto: Markus Lück

Rucksack oder drauf verzichten?

Bevor man über den Inhalt eines Jagdrucksacks nachdenken kann, muss natürlich zunächst einmal geklärt sein, ob überhaupt ein Rucksack mitgeführt wird oder ob alle benötigten Utensilien in den Taschen an Hose und Jacke verstaut werden kann. Bezüglich dieser elementaren Entscheidung scheiden sich bereits die Geister. So gibt es Befürworter im Lager „pro Rucksack“ als auch viele Gegner des Rucksacks. Ich persönlich nutze bei der Einzeljagd im Normalfall keinen Rucksack. Ich mag es, lediglich mit Waffe, Fernglas, Zielstock und einem Messer loszuziehen. Alle weiteren benötigten Gegenstände liegen dann zugriffsbereit im Auto. Denn mal Hand aufs Herz: Ausgenommen im Gebirge befinden wir uns in durchschnittlichen Revieren in Deutschland im Regelfall innerhalb einer Entfernung zu unserem Auto, die es uns erlaubt, in wenigen Minuten fußläufig am Gefährt zu sein.

Doch es gibt natürlich immer mal wieder Ausnahmen, wo auch ich auf einen Rucksack bei der Einzeljagd setze. Dies ist beispielsweise bei der Blattjagd der Fall. Als großer Blattjagdfan nutze ich diese Zeit im Jahr, um auf Augenhöhe mit dem Wild zu jagen. Häufig bin ich dann in Revierteilen unterwegs, in denen schlichtweg keine Ansitzeinrichtungen vorhanden sind. Der Ansitz auf dem Drückjagdbock oder auf einer Kanzel ist somit nicht möglich. Ich nutze dann gern einen Rucksack, der über ein integriertes Gestell verfügt, wodurch der Rucksack zu einem Ansitzhocker wird. Diese mobile Sitzmöglichkeit ist blitzschnell durch Aufklappen aufgebaut und erlaubt ermüdungsfreies Sitzen auch über etwas längere Zeit.

Exakt denselben Rucksack nutze ich auch sehr gern in der Drückjagdsaison. Neben der Möglichkeit, allerhand Utensilien in dem Rucksack zu verstauen ist der Aspekt der Sitzmöglichkeit auch hierbei für mich wichtig. Immer mal wieder kommt es vor, dass man als Schütze auf einer Drückjagd nicht auf einem Drückjagdbock oder einer Kanzel positioniert wird. Dann steht man frei auf dem Boden. Insbesondere bei längeren Treiben von teilweise drei Stunden und länger, kann das lange Stehen echt nervig werden. Wohl dem, der dann einen Rucksack mit integrierter Sitzmöglichkeit hat! Doch neben diesem Aspekt ist natürlich auch der Stauraum auf dem Rücken bei einer Bewegungsjagd nicht zu vernachlässigen. Denn im Unterschied zur Einzeljagd kann man als Schütze nicht mal eben schnell zum Auto zwischendurch. Zum einen liegt das schlichtweg daran, dass man häufig nicht mit dem eigenen Auto ins Revier fährt. Zum anderen ist zu bedenken, dass der Stand während eines Treibens keinesfalls verlassen werden darf. Dann ist es gut, immer alles griffbereit im Rucksack zu haben. Deshalb erläutere ich im Folgenden, was ich im Regelfall bei einer Drückjagd im Rucksack dabei habe.

man über den Inhalt eines Jagdrucksacks nachdenken kann, muss natürlich zunächst einmal geklärt sein, ob überhaupt ein Rucksack mitgeführt wird oder ob alle benötigten Utensilien in den Taschen an Hose und Jacke verstaut werden kann. Bezüglich dieser elementaren Entscheidung scheiden sich bereits die Geister. So gibt es Befürworter im Lager „pro Rucksack“ als auch viele Gegner des Rucksacks. Ich persönlich nutze bei der Einzeljagd im Normalfall keinen Rucksack. Ich mag es lediglich mit Waffe, Fernglas, Zielstock und einem Messer loszuziehen. Alle weiteren benötigten Gegenstände liegen dann zugriffsbereit im Auto. Denn mal Hand aufs Herz: Ausgenommen im Gebirge befinden wir uns in durchschnittlichen Revieren in Deutschland im Regelfall innerhalb einer Entfernung zu unserem Auto, die es uns erlaubt, in wenigen Minuten fußläufig am Gefährt zu sein.

Doch es gibt natürlich immer mal wieder Ausnahmen, wo auch auf einen Rucksack bei der Einzeljagd setze. Dies ist beispielsweise häufig bei der Blattjagd der Fall. Als großer Blattjagdfan nutze ich diese Zeit im Jahr, um auf Augenhöhe zum Wild zu jagen. Häufig bin ich dann in Revierteilen unterwegs, in denen schlichtweg keine Ansitzeinrichtungen vorhanden sind. Der Ansitz auf dem Drückjagdbock oder auf einer Kanzel ist somit nicht möglich. Ich nutze dann gern einen Rucksack, der über ein integriertes Stell verfügt, wodurch der Rucksack zu einem Ansitzhocker wird. Diese mobile Sitzmöglichkeit ist blitzschnell durch Aufklappen aufgebaut und erlaubt ermüdungsfreies Sitzen auch über etwas längere Zeit.

Exakt denselben Rucksack nutze ich auch sehr gern in der Drückjagdsaison. Neben der Möglichkeit, allerhand Utensilien in dem Rucksack zu verstauen ist der Aspekt der Sitzmöglichkeit auch hierbei für mich wichtig. Immer mal wieder kommt es vor, dass man als Schütze auf einer Drückjagd nicht auf einem Drückjagdbock oder einer Kanzel positioniert wird. Dann steht man frei auf dem Boden. Insbesondere bei längeren Treiben von teilweise drei Stunden und länger, kann das lange Stehen echt nervig werden. Wohl dem, der dann einen Rucksack mit integrierter Sitzmöglichkeit hat! Doch neben diesem Aspekt ist natürlich auch der Stauraum auf dem Rücken bei einer Bewegungsjagd nicht zu vernachlässigen. Denn im Unterschied zur Einzeljagd kann man als Schütze nicht mal eben schnell zum Auto zwischendurch. Zum einen liegt das schlichtweg daran, dass man häufig nicht mit dem eigenen Auto ins Revier fährt. Zum anderen ist zu bedenken, dass der Stand während eines Treibens keinesfalls verlassen werden darf. Dann ist es gut, immer alles griffbereit im Rucksack zu haben. Deshalb erläutere ich Euch im Folgenden, was ich im Regelfall bei einer Drückjagd im Rucksack dabei habe.

Markierband/Signalband

Im Rahmen von Bewegungsjagden wird häufig auf sich bewegendes Wild geschossen. Ziehende Rehe, trollende Sauen oder flüchtende Füchse erfordern vom Schützen höchste Sorgfalt und ein gewisses Maß an Schießtraining. Trotzdem kommt es bei Drückjagden immer wieder dazu, dass die beschossenen Stücke nicht am Anschuss liegen. Dies kann in längeren Todesfluchten von zuvor beunruhigtem Wild begründet liegen oder weil der Schuss mal nicht dort sitzt, wo er eigentlich hin sollte. In solchen Fällen muss im Nachgang mit dem firmen Hund nachgesucht werden – und das teils erst am kommenden Tag. Bei Gesellschaftsjagden, zu denen die Gäste teils mehrere Hundert Kilometer anreisen, kann es zudem immer wieder vorkommen, dass der Schütze selbst nicht an der Nachsuche am nächsten Tag teilnehmen kann. Ein Einweisen des Nachsuchengespanns durch ihn selbst ist dann nicht möglich. Damit die Ausgangssituation für die Nachsuchenden trotzdem bestmöglich ist, muss der Anschuss sorgfältig markiert werden. Zweige oder Stöcke sind dafür aus meiner Sicht vollkommen ungeeignet. Im herbstlichen oder winterlichen Wald gehen diese rasch unter und können dann nicht mehr wiedergefunden werden. Ich empfehle deshalb jedem Schützen Flatterband im Rucksack mitzuführen. Dieses gibt es entweder als Plastikvariante oder aber in einer Papierausführung. Zweitere hat natürlich den entscheidenden Vorteil, dass das Band, wenn es denn mal im Revier vergessen werden sollte, nach kurzer Zeit verrottet. Markierband aus Kunststoff muss selbstverständlich nach dem Einsatz wieder eingesammelt und entsorgt werden. Zusätzlich zum Anschuss sollte mit einem weiteren Stück Band die Fluchtrichtung des Stücks markiert werden. Sollte der Schütze nach der Jagd sogar Schweiß gefunden haben, werden auch diese Stellen mit Band markiert.   

Ein Aufbrechmesser mit stumpfer Klinge liegt auf einem hölzernen Untergrund
Foto: Markus Lück

Aufbrechmesser

Bei vielen – nicht bei allen – Drückjagden ist es gang und gäbe, dass der Erleger das Wild bei einer Drückjagd selbst aufbricht. Das kann natürlich sowohl im Revier direkt oder am Sammelplatz bzw. in einer Wildkammer erfolgen. Insbesondere beim Aufbrechen im Revier muss der jeweilige Jäger dann bei der Roten Arbeit auf das Equipment zurückgreifen, was er auf dem Stand dabei hat. Ich habe deshalb immer neben einem „normalen“ Jagdmesser auch ein spezielles Aufbrechmesser dabei. Mir ist durchaus bewusst, dass es auch Jagdmesser auf dem Markt gibt, die über eine spezielle Aufbrechklinge verfügen. Trotzdem bin ich großer Fan von speziellen Aufbrechmessern aus dem Metzgerei- bzw. Schlachtereibedarf. Denn diese Aufbrechmesser verfügen nicht nur über eine lange, sehr scharfe und vorn stumpfe Klinge, sondern auch über einen sehr gut zu reinigenden Kunststoffgriff. Die Klingen an diesen Messern sind natürlich feststehend. So können sich weder Schweiß noch Wildbretreste in Klappvorrichtungen verfangen, die dann bei aufwändigen Säuberungsaktionen entfernt werden müssen. Trotz aller vorgenannten Vorteile sind diese speziellen Messer schon ab einem Preis von 20 bis 30 Euro zu haben.

Normales Jagdmesser

Neben einem Aufbrechmesser darf natürlich in keinem Jagdrucksack ein „normales“ Jagdmesser, mit scharfer sowie spitzer Klinge fehlen. Ein Jagdmesser jeglicher Ausführung kann für vielerlei Einatzzwecke – auch bei einer Drückjagd – herhalten. Beispielsweise beim Aufbrechen wird eine Spitze Klinge zum Öffnen der Bauchdecke benötigt. In dieser geschaffenen Öffnung kann dann das spezielle Aufbrechmesser zur Tat schreiten. Es gibt zudem noch zahlreiche weitere Einsatzmöglichkeiten eines Jagdmessers bei einer Drückjagd. Dazu zählen beispielsweise:

  • Abfangen von Wild
  • Kappen von störenden, dünneren Ästen
  • Aufbrechen von Wild

Flasche Wasser

Häufig weiß man als eingeladener Schütze im Vorfeld der Drückjagd nicht, was auf einen zukommt. So kann es durchaus vorkommen, dass man viele kurze Treiben am Tag macht oder eben nur ein langes. Und genau in solch einem Fall ist eine Flasche Wasser im Rucksack sehr angenehm. Vor einigen Jahren war ich auf einer Drückjagd eingeladen. Es hatte -10 Grad bei Abfahrt zum Sammelplatz. Im Rahmen der Ansprache des Jagdleiters erfuhren wir dann, das Treiben war auf insgesamt 4,5 Stunden angesetzt. Neben der Tatsache, dass ich einen Stand auf dem Boden ohne Ansitzeinrichtung hatte, hatte ich an diesem Tag auch keinen Sitzstock oder Sitzrucksack dabei. Folglich waren mindestens 4,5 bis 5 Stunden Stehen angesagt und das auch noch bei klirrender Kälte. Zu trinken hatte ich obendrein auch nichts dabei. Keine Frage, man kann durchaus 4,5 Stunden ohne Getränke aushalten. Ein Schluck Wasser oder heißer Tee zwischendurch macht das lange Warten aber deutlich angenehmer.

Bergehilfe/Seil

Weidmannsheil – der Schütze auf dem Drückjagdstand hat Beute gemacht. Der 65 Kilogramm schwere Überläufer ist in einem Brombeerverhau in einem Hang verendet. Nun muss das proppere Schweinchen den Hang hoch und auf das Bergefahrzeug geladen werden. In der Regel steht man als Schütze natürlich damit nicht allein da. Dennoch ist eine Bergehilfe in solchen Situationen Gold wert. Das muss gar keine teure Bergehilfe aus dem Handel sein. Ein einfaches stabiles Seil reicht bereits vollkommen aus. Man sollte sich nur zuvor ein paar Knoten aneignen, um an dem Seil ggf. eine Schlinge zu binden oder es mit einem anderen Seil zu verlängern. Einen einfachen Knoten kann man in der Regel nach Belastung des Seils durch das Bergen nicht mehr öffnen. Entscheidet man sich für eine Bergehilfe aus dem Handel, sollte man aus meiner Sicht darauf achten, dass man sich den Bergegurt beim Bergen über die Schulter legen kann. Insbesondere beim Bergen von schweren Stücken ist es sehr hilfreich, wenn man mit Unterstützung seines ganzen Körpergewichts ziehen kann.

Entfernungsmesser – kann, kein Muss!

Für viele mag ein Entfernungsmesser auf einer Drückjagd im ersten Gedankengang unsinnig erscheinen. Vielmehr verorten viele Jäger den Einsatzzweck dieser technischen Helferlein bei der Pirsch oder Ansitzjagd – vor allem im Gebirge oder in unbekannten Jagdgebieten. Doch auch auf einer Drückjagd kann ein Entfernungsmesser gute Dienste leisten! Unmittelbar nach Bezug des Drückjagdstandes kann der Schütze mit dem kleinen technischen Gerät mögliche Schussbereiche abmessen und sich relevante Entfernungen anhand markanter Punkte im Gelände einprägen. Diese Informationen sind insbesondere dann wertvoll, wenn man auf sich bewegendes Wild schießt. Eine trollende Sau auf 20 Meter Schussentfernung erfordert ein ganz anderes Vorhaltemaß als ein flüchtiger Schwarzkittel auf 55 Meter Schussentfernung. Im eigenen Revier kennen wir Jäger in der Regel die relevanten Entfernungen rund um unsere Ansitzeinrichtungen. Bei Bewegungsjagden ist man jedoch häufig in fremden Revieren unterwegs.

Ersatzpatronen

Es klingt trivial, aber dennoch habe ich auf Gesellschaftsjagden es ab und an erlebt, dass einzelne Schützen auf den Ständen nicht genügend Munition dabeihatten. Das ist wirklich ärgerlich! Keinesfalls soll das nun heißen, dass man Hunderte Schuss Munition mit sich führen muss – in der Regel braucht man ja nicht mehr als fünf. Aber steht man auf dem Stand und man muss die Sauen pardonieren, weil man keine Munition mehr hat … das muss nicht sein. Ich selbst habe bei Drückjagden daher immer beide Magazine für meinen Repetierer in der Jacke. Eines davon fasst 5 Patronen, das andere schluckt 3 Schuss. Zusätzlich habe ich in der Jacke in einem Patronenetui noch einmal 8 Schuss am Mann griffbereit. In der Regel reichen diese Patronen bei einer Drückjagd völlig aus. Doch für den Fall der Fälle habe ich im Rucksack immer noch eine Packung Munition dabei. Das beruhigt ungemein.

Ein deutscher Jagdschein, eine Waffenbesitzkarte sowie ein ledernes Jagdscheinetui liegen auf hölzernem Untergrund.
Foto: Markus Lück

Jagdschein/Schießnachweis/Waffenbesitzkarte

Auch dieser Punkt ist eigentlich selbstverständlich. Im Eifer des Gefechts und vor allem der Vorfreude auf die bevorstehende Bewegungsjagd wird der Jagdschein oder die WBK jedoch ab und an daheim vergessen. Ich selbst habe alle jagdlich relevanten Dokumente wie beispielsweise Jagdschein, Waffenbesitzkarte und Schießnachweis in einem Etui. Fahre ich als Schütze zu einer Drückjagd packe ich dieses Etui als erstes in meinen Jagdrucksack ein. Zusätzlich zu den Dokumenten lagere ich in dem Etui immer noch etwas Bargeld – in der Regel 20 Euro. Am morgendlichen Sammelplatz wird bei Drückjagden häufig ein geringer Betrag von den Schützen (10 bis 15 Euro) für eine Versicherung für die eingesetzten Hunde eingesammelt. Das ist aus meiner Sicht wichtig und richtig! Da ich den Rucksack am Sammelplatz bereits dabeihabe, kann ich auf den Notgroschen immer zurückgreifen, wenn ich mal meinen Geldbeutel im Auto vergessen habe.  

Einweghandschuhe

Einweghandschuhe sind beim Aufbrechen zwar kein Muss, aber neben dem hygienischen Aspekt bieten die dünnen Handschuhe aus meiner Sicht einen ganz anderen Vorteil: nach dem Ausziehen hat man saubere Hände. Beim Bergen von erlegten Füchsen nutze ich ebenfalls gern ein paar Einweghandschuhe. Ich habe zwar keine stark ausgeprägte Angst vor dem Kleinen Fuchsbandwurm – aber diesen Kontakt beim Bergen kann man aus meiner Sicht einfach vermeiden. Jägerinnen und Jäger, die selbst in Handschuhen rasch kalte Finger bekommen, können sich mit Einweghandschuhen zusätzlich helfen. Denn unter dem eigentlich wärmenden äußeren Handschuh kann man einen Gummihandschuh tragen. Das hält die Hände zusätzlich sehr warm.  

Gehörschutz

Seit einigen Jahren bin ich Verfechter eines Schalldämpfers auf meinem Repetierer. Meinen geliebten Drilling habe ich aufgrund der fehlenden Möglichkeit des Schalldämpfereinsatzes verkauft. Wenn es nicht unbedingt sein muss (Auslandsjagd), mache ich keinen Schuss mehr aus einer Büchse ohne Dämpfer. Deshalb ist der Punkt „Gehörschutz“ bei mir etwas in den Hintergrund getreten. Mir ist durchaus bewusst, dass es viele Schützen und Jäger gibt, die trotz Verwendung eines Schalldämpfers einen Gehörschutz tragen. Ich gebe zu, ich tue dies nicht. Führt man eine Waffe ohne Dämpfer auf der Drückjagd, ist ein Gehörschutz aus meiner Sicht unumgänglich. Deshalb gehört auch dieser immer in den Jagdrucksack.

Sitzkissen

Bei einigen Drückjagden werden Schützen überwiegend auf Drückjagdböcken oder anderen Ansitzeinrichtungen positioniert. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass man als Schütze etwas erhöht steht und damit einen besseren Überblick über das Gelände hat. In kupiertem Gelände ist eine Ansitzeinrichtung häufig nicht nötig, da das Gelände an sich genügend Überblick bietet und auch die Kugelfangsituation durch die Geländeform ausreichend gut ist. Nicht unbedingt notwendig aber aus meiner Sicht sehr empfehlenswert ist ein Sitzkissen, welches der Schütze in seinem Rucksack mitführt. Das in der Regel zusammenfaltbare Kissen sorgt für einen warmen Hintern über Stunden und macht das stundenlange Verharren auf dem Sitzbrett deutlich angenehmer. Insbesondere auf Ansitzeinrichtungen ohne Dach kann ein Sitzkissen Gold wert sein. Denn festgenagelte Sitzbretter, die tagelang nassgeregnet wurden, können nicht einfach umgedreht werden, so dass man als Jäger auf der trockenen Seite Platz nehmen kann. Ein Sitzkissen sorgt dann für einen trockenen Hintern.  Sollte man in einer Situation, in der man etwas weiter schießen muss, eine Gewehrauflage benötigen, kann das Sitzkissen wunderbar als Gewehrauflage umfunktioniert werden.

Kleiner Plastikbeutel

Ein kleiner Plastikbeutel oder jegliches anderes Behältnis kann gute Dienste leisten, wenn man beispielsweise am Anschuss Knochensplitter findet. Diese sehr wertvollen Hinweise am Anschuss liefern dem Nachsuchengespann bei einer möglicherweise anfallenden Nachsuche wertvolle Hinweise über den Sitz des Treffers. Die Indizien sollten aus meiner Sicht sichergestellt werden, insbesondere dann, wenn die Nachsuche erst am kommenden Tag stattfinden kann. Über Nacht können Knochensplitter beispielsweise durch Mäuse, Füchse oder anderes Raubwild beseitigt werden.

Stift

Bei Drückjagden kommt es immer mal wieder vor, dass die Standschützen sogenannte Standkarten, Standblätter oder Schützenblätter bekommen und diese dann ausfüllen sollen. Darauf werden allerhand Informationen zu den beschossenen Stücken und auch Sichtungen des Jägers abgefragt. Insbesondere bei großen Drückjagden (40 Schützen und mehr) sind diese Standkarten aus meiner Sicht sehr wichtig. Im Gewusel der vielen Beteiligten gehen nach dem Treiben häufig wertvolle Informationen zu beschossenen Stücken unter. Und auch aus den Notizen der Schützen bzgl. Sichtungen von Wild kann man als Jagdorganisator wertvolle Schlüsse ziehen. Stände, die mehrere Jahre in Folge keine Beute oder gar keinen Anblick brachten, können daraufhin umgestellt oder ganz weggelassen werden. Ich hatte es schön häufig, dass ich für das Ausfüllen dieser Karten keinen Stift zur Hand hatte. Ein mühseliges Umherfragen am Sammelplatz nach einem Stift kann man einfach vermeiden, wenn immer ein Kugelschreiber im Jagdrucksack verstaut ist.

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Schalldämpfer – 5 Gründe, warum ich darauf bei der Jagd nicht mehr verzichten möchte

Schalldämpfer – 5 Gründe, warum ich darauf bei der Jagd nicht mehr verzichten möchte

Noch vor einigen Jahren war die Verwendung eines Schalldämpfers bei der Jagd für die meisten Jäger in Deutschland verboten. Mittlerweile ist das anders. Die Flüstertüten sind bei vielen Jägern gang und gäbe. Und das aus gutem Grund! Nachfolgend meine 5 Gründe, warum ich auf einen Schalldämpfer bei der Jagd nicht mehr verzichten will.

Eine Jagdwaffe liegt auf einem Kissen auf der Fensterbrüstung in einer Kanzel. Vorn am Lauf des Gewehr ist ein Schalldämpfer montiert.

Foto: Markus Lück

Der eigentliche Zweck: Gehörschutz

Der Schutz des Gehörs des Schützen ist Hauptzweck eines Schalldämpfers. Viele – insbesondere ältere Jäger – belächeln heute Verfechter von Schalldämpfern an Jagdwaffen. Begründung ist dabei häufig, dass sie ja auch in der Vergangenheit ohne die Dämpfer gut zurechtgekommen wären und dieser neumodische Kram nicht gebraucht wird. Stimmt! Zwingend brauchen tut man einen Schalldämpfer an der eigenen Jagdwaffe nicht. Doch seine Gesundheit sollte einem aus meiner Sicht schon etwas wert sein. An der Laufmündung einer Büchse entsteht ein Schalldruckpegel von 140 dB und mehr. Je nach Lauflänge und verwendetem Kaliber kann dieser teils erheblich über dem Wert von 140 dB liegen.

Ab einer Laustärke von ca. 85 dB können Schädigungen des menschlichen Gehörs entstehen. Ab einem Wert von etwa 130 dB ist bereits bei kurzer Einwirkung mit einer Schädigung des Gehörs zu rechnen. Führt man sich vor Augen, dass die Skala des Schalldruckpegels nahezu exponentiell verläuft, versteht man rasch, dass die Belastung des Gehörs bei einem Schalldruckpegel von 140 dB und mehr um ein Vielfaches über der kritischen Belastungsgrenze liegt. Ein Schalldämpfer kann – je nach Modell – diesen Schalldruckpegel um 20 bis 40 dB reduzieren. Zahlreiche gängige Jagdwaffen in vielen Kalibern kommen damit ausgestattet auf einen Wert unterhalb der kritischen Marke von 130 dB.

Besseres Schießen

Keine Frage: Gute Schützen bringen auch ohne Schalldämpfer an der Büchse ihre Geschosse sicher und exakt ins Ziel. Auch ich habe über viele Jahre hinweg ohne Schalldämpfer gejagt, sind die Flüstertüten für uns Jäger doch erst seit wenigen Jahren flächendeckend erlaubt (Gesetzgebung beachten!). Doch ich persönlich finde das Schießen mit einem Schalldämpfer wesentlich angenehmer. Vielleicht ist auch dies der Grund, warum ich für mich sagen kann, dass ich mit einem Dämpfer an der Waffe in der Regel besser schieße als ohne. Aus meiner Sicht bietet sich die Nutzung eines Schalldämpfers insbesondere für Schützen an, die ohnehin einen Schießfehler haben. Sei es Schussangst, Mucken oder Reißen – ein Schalldämpfer beseitigt zwar nicht unmittelbar den Schießfehler. Er kann jedoch – bei ausreichendem Training (ggf. unter Anleitung) – ein echtes Hilfsmittel sein.

Weniger Rückstoß

Dieser Punkt ist sehr eng mit den im Abschnitt „Besseres Schießen“ erläuterten Vorteilen eines Schalldämpfers verbunden. Neben der Reduzierung des Mündungsknalls reduziert ein Schalldämpfer auch den Rückstoß einer Waffe ganz erheblich. Für mich persönlich macht dieser Umstand das Schießen deutlich angenehmer. Leichte und damit führige Waffen, wie beispielsweise Kipplaufbüchsen, können so auch in stärkeren Kalibern problemlos beherrscht werden. Auch ein nicht richtig in die Schulter gezogener Hinterschaft in einer schlechten Schussposition wird so nicht direkt mit einem blauen Fleck auf der Schulter des Schützen quittiert. Und auch auf dem Schießstand oder im Schießkino darf dieser Vorteil aus meiner Sicht keinesfalls vergessen werden. Hohe Schussserien sorgen häufig für schmerzende Schultern bei den Schützen. Mit einem Schalldämpfer ausgerüstet kann der Schießstandbesuch so deutlich angenehmer werden.

Weniger Störung für Mensch und Tier

Im einigen anderen Ländern ist die Nutzung eines Schalldämpfers bei der Jagd bereits seit vielen Jahren gang und gäbe. Deshalb gab es bereits in der Vergangenheit immer mal wieder Jäger, die in Stammtischgesprächen von ihrer letzten Jagdreise berichtet hatten und dabei auf die Nutzung eines Schalldämpfers zu sprechen kamen. Immer wieder wurde dabei berichtet, dass im Umkreis des beschossenen Stückes verhoffende Stücke auf den zuvor abgegebenen Schuss hin nicht unmittelbar mit panikartiger Flucht reagierten. Vielmehr verhofften die verbliebenden Stücke auch weiterhin an Ort und Stelle und versuchten die Situation zunächst zu sondieren.

Ich kann diesen Schilderungen in den meisten Situationen zustimmen, wenn denn einige andere Voraussetzungen gegeben sind. Zum einen sollte das beschossene Stück unmittelbar am Anschuss verenden und kein Schlegeln zeigen. Weiterhin dürfen die verbliebenen Stücke den Schuss nicht mit dem menschlichen Jäger in Verbindung bringen. Häufig passiert dies, da das nach dem Schuss notwendige Repetieren zu laut war und die Stücke den Jäger erblicken. Dann reagieren diese mit panikartiger Flucht. Deshalb: Mit ein wenig Übung kann man sehr schnell repetieren. So gehen die Geräusche des Repetiervorgangs in dem verhallenden, gedämpften Knall unter. Der Jäger bleibt dann in der Regel unentdeckt.

Weiterhin sollte sich der Jäger nach dem Schuss nicht unnötig viel bewegen. Bis auf die für den Nachladevorgang notwendigen Bewegungen sollten alle weiteren Aktionen des Jägers vermieden werden. Durch die beschriebenen Verhaltensmuster wird die Störung der verbliebenen Stücke erheblich reduziert.

Doch auf für unsere Mitmenschen fällt die Störung bei Verwendung eines Schalldämpfers erheblich geringer aus. Wir Jäger jagen zum Teil in siedlungsnahen Revieren oder nahe von viel frequentierten Wander- und Radwegen. Nutzt der Jäger zur Schussabgabe in diesen Bereichen einen Schalldämpfer werden alle Menschen in diesen Bereichen deutlich weniger gestört und der Jäger bleibt häufig sogar unentdeckt.

Kaum bzw. kein Mündungsfeuer

Wohl jeder Jäger kennt es, der bereits in den dunklen Nachtstunden auf Sauen oder Raubwild gejagt hat: Nach dem Schuss ist man als Schütze derart stark vom Mündungsfeuer geblendet, sodass ein „durch das Feuer blicken“ nahezu unmöglich ist. Eine weitere Beobachtung der Situation, des umliegenden Geländes oder des beschossenen Stücks ist somit kaum möglich. Das ist ärgerlich. Denn so gehen wertvolle Informationen verloren, die das Einschätzen bzgl. einer etwaigen Nachsuche ermöglichen.

Abhilfe in solchen Situationen schafft die Nutzung eines Schalldämpfers an der eigenen Büchse. Denn durch den Dämpfer wird das Mündungsfeuer an der Laufmündung erheblich reduziert bzw. sogar vollständig beseitigt. Der Schütze ist somit problemlos in der Lage, nach der Schussabgabe sein Umfeld weiterhin gut im Blick zu behalten.

Gemeinsam mit einem Fachmann von Roedale habe ich einen Podcast zum Thema Schalldämpfer aufgenommen.

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