Keine Haftung bei Sturz eines Dritten von einem Hochsitz

Keine Haftung bei Sturz eines Dritten von einem Hochsitz

Keine Haftung bei Sturz eines Dritten von einem Hochsitz

Ein Beschluss des Oberlandesgerichtes Frankfurt stellt klar: Jagdpächter haften grundsätzlich nicht, wenn Unbefugte von einem Hochsitz stürzen. Verkehrssicherungspflichten bestehen primär gegenüber berechtigten Nutzern.

Hinweisschild mit der Aufschrift "Unbefugten ist der Zutritt verboten" an einer Hochsitzleiter.

Foto: Markus Lück

Ein aktueller Beschluss des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 23. Februar 2026 sorgt für Klarheit bei einer zentralen Haftungsfrage rund um jagdliche Einrichtungen. Demnach bestehen Verkehrssicherungspflichten im Zusammenhang mit der Sicherheit eines Hochsitzes grundsätzlich nur gegenüber befugten Nutzern – wie beispielsweise Jagdgästen oder Begehungsscheininhabern.

Sturz eines Dritten ohne Jagderlaubnis

Im konkreten Fall ging es um Schadensersatzansprüche nach einem tödlichen Sturz von einem Hochsitz. Der Unfall ereignete sich bereits im November 2020. Zwei Personen (Zeuge K und der Verunfallte) waren zu diesem Zeitpunkt gemeinsam im Jagdrevier des beklagten Jagdpächters unterwegs, der Zeuge hatte sogar eine vom Jagdpächter ausgestellte Jagderlaubnis. Nachdem der Zeuge auf einen rund vier Meter hohen Hochsitz gestiegen war, kletterte auch der Verunfallte nach Aufforderung durch den Zeugen die Hochsitzleiter hinauf. Nach dem gemeinsamen Ansitz kletterte zuerst der Zeuge die Leiter hinab. Anschließend betrat auch der Verunfallte die Leiter. Dabei kam es zum Unfall. Die oberste Leitersprosse brach und der Verunfallte stürzte zu Boden, wodurch er verstarb.

In erster Instanz wie das zuständige Landgericht die Klage ab. Damit wollten sich die Kläger nicht zufriedengeben, gingen in Berufung und zogen somit vor das Oberlandesgericht Frankfurt am Main. Das Gericht wies jedoch bereits den Antrag auf Prozesskostenhilfe zurück, da es keine hinreichende Erfolgsaussicht sah. Nach Auffassung des Gerichts richtet sich die Verkehrssicherungspflicht eines Jagdpächters primär an diejenigen Personen, die zur Nutzung des Hochsitzes berechtigt sind. Dritte ohne Jagderlaubnis fallen grundsätzlich nicht darunter. Im konkreten Fall war sogar ein Hinweisschild mit der Aufschrift „Jagdwirtschaftliche Einrichtung BETRETEN VERBOTEN“ am Hochsitz angebracht. Nach Auffsassung des Gerichts dient ein Hochsitz der Jagdausübung und somit ist dieser typischerweise nicht für die Öffentlichkeit vorgesehen. Entsprechend sind auch die Anforderungen an Sicherungsmaßnahmen gegenüber Unbefugten begrenzt.

Bedeutung für die jagdliche Praxis

Für Revierinhaber und Jagdpächter bedeutet die Entscheidung eine wichtige rechtliche Einordnung: Eine Haftung für Unfälle unbefugter Dritter an jagdlichen Einrichtungen ist nicht automatisch gegeben. Maßgeblich ist, ob eine Nutzung im Rahmen der Jagdberechtigung erfolgt. Die Entscheidung unterstreicht zugleich, dass Hochsitze als jagdliche Arbeitsmittel primär für berechtigte Nutzer gedacht sind – und nicht als frei zugängliche Einrichtungen im Wald.

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Schüsse bei Alfeld: Polizeieinsatz nach Wilderei-Hinweis

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Am 10. Februar 2026 meldeten Zeugen mehrere Schussabgaben in der Feldmark bei Alfeld (Niedersachsen). Die Polizei rückte mit Kräften aus und überprüfte einen Jagdberechtigten am Ort des Geschehens.

Eine winterliche Landschaft. Im Hintergrund ist eine Baumreihe zu sehen. Der Boden ist gefroren. Die Sonne leuchtet orange-gelb.

Symbolbild: Markus Lück (KI-generiert)

In Alfeld (Niedersachsen) wurden am Nachmittag des 10. Februar mehrere Schüsse in einer Feldmark – einem Bereich, in dem tagsüber auch Personen unterwegs sind – der Polizei gemeldet. Wie die Polizei in einer Pressemitteilung berichtet, trafen die Einsatzkräfte vor Ort einen Jäger an und nahmen eine umfassende Überprüfung der bestehenden Pflichten zur Nutzung und Aufbewahrung von Waffen und Munition vor. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hatte der Weidmann legal Vögel bejagt, sodass sich der Einsatz nach polizeilicher Prüfung ohne weitere Maßnahmen für die Bevölkerung abschloss.

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Thema Wolf im Agrarausschuss des Bundestages

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Der Wolf soll ins Bundesjagdgesetz aufgenommen werden. Dazu fand nun eine Anhörung im Agrarausschuss des Bundestages statt. Der Präsident des Deutschen Jagdverbandes, Helmut Dammann-Tamke, kam dort ebenfalls zu Wort.

Ein Wolf steht auf einer Wiese.

Foto: DJV

Dazu berichtet der Deutsche Jagdverband in einer Pressemitteilung: Die geplante Aufnahme des Wolfs in das Jagdrecht sorgt für den rechtlichen Rahmen, um Konflikte künftig besser zu lösen: Artenschutz, Weidetierschutz und dauerhafte Akzeptanz des Raubtiers im ländlichen Raum werden in Einklang gebracht. Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt es ausdrücklich, dass die Bundesregierung das seit Langem geforderte Zwei-Säulen-Modell aufgreift: ein wissenschaftlich fundiertes Bestandsmanagement durch Jagd sowie eine rechtssichere und schnelle Entnahme von Problemwölfen, die Nutztiere töten. 

„Die Rückkehr des Wolfes ist ein Erfolg für den Artenschutz. Zugleich stellt sie uns in der dicht besiedelten Kulturlandschaft vor neue Herausforderungen. Die Frage ist nicht, ob wir ihn managen – sondern wie“, sagte DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke während der gestrigen Anhörung im Agrarausschuss des Bundestages. Wildbiologie müsse Grundlage politischen Handelns sein, so Dammann-Tamke weiter. 

Jagd nach wildbiologischen Grundsätzen

Der DJV-Präsident betonte vor dem Agrarausschuss, dass sich die geplante Jagdzeit von Juli bis Oktober an wildbiologischen Erkenntnissen orientiert und ausschließlich auf Jungwölfe beschränkt – im Gegensatz zu pauschalen Abschussquoten in anderen europäischen Ländern. Dadurch wird das Wachstum des Wolfsbestandes in Deutschland verlangsamt und gleichzeitig der günstige Erhaltungszustand der Population ebenso gewahrt wie die Sozialstruktur im Rudel. 

Schnelle Entnahme von Problemwölfen

Monitoringdaten aus Niedersachsen zeigen, dass ein kleiner Teil der Rudel für einen Großteil der Weidetierrisse verantwortlich ist. Nach bestätigten Rissen muss deshalb laut DJV schnell und unbürokratisch gehandelt werden, um Problemwölfe möglichst zu erlegen. Herdenschutz bleibt weiterhin notwendig und muss dauerhaft gefördert werden. Ein Entweder-oder würde zu kurz greifen. Prävention und Jagd sind keine Gegensätze, sondern ergänzen sich. 

Gesellschaftliche Akzeptanz notwendig

Ohne Akzeptanz im ländlichen Raum würde Wolfsmanagement langfristig scheitern. Eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Bevölkerung unterstützt die Aufnahme des Wolfs in das Jagdrecht. Jägerinnen und Jäger verstehen sich als ausgebildete Naturschützer mit staatlicher Prüfung, die Verantwortung für Arten- und Lebensraumschutz übernehmen – auch beim Wolf.

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Jäger als Zeugen gesucht

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In der Nacht von Samstag, 14. Februar, auf Sonntag, 15. Februar, kam es auf der L395 im Kreisverkehr zwischen Landstuhl und Hauptstuhl (Rheinland-Pfalz) zu einem Verkehrsunfall.

Bild eines Pkw-Unfalls bei Nacht. Das Foto ist in Blickrichtung auf das Heck eines verunfallten Autos fotografiert. Es ist dunkel.

Foto: Polizei

Nach bisherigen Erkenntnissen wurde am 15.02.2026 gegen 01:30 Uhr in dem Kreisverkehr bei Landstuhl ein beschädigtes Fahrzeug gemeldet, berichtet die Polizei in einer Pressemitteilung. Der Wagen war offenbar von der Fahrbahn abgekommen, über die Verkehrsinsel gefahren und dort zum Stehen gekommen. Die Ermittlungen richten sich gegen einen 33-jährigen Mann, der sich beim Eintreffen der Mitteilung am Fahrzeug befand, jedoch bestreitet, das Fahrzeug geführt zu haben.

Aufgrund seiner Verletzungen wurde der Mann durch Rettungskräfte in ein Krankenhaus gebracht. Vor dem Eintreffen der ersten Melder sollen sich bereits Jäger an der Unfallstelle aufgehalten haben. Diese könnten möglicherweise wichtige Hinweise zum Unfallhergang geben.

Die Polizeiinspektion Landstuhl bittet die betreffenden Jägerinnen und Jäger sowie weitere mögliche Zeugen, sich unter der Telefonnummer 0631 369-14399 zu melden.

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Neue Jungjägerbefragung des DJV gestartet

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Was treibt die neue Jägergeneration an, welche Wünsche gibt es? Die neue Befragung des DJV soll Einblicke geben. Mitmachen können ab sofort alle Jagdschüler – online und anonym.

Drei fröhliche Jägerinnen laufen einem Weg. Im Hintergrund ist Natur im Sommer zu sehen.

Foto: DJV

Dazu berichtet der Deutsche Jagdverband in einer Pressemitteilung: Über 15.500 Menschen haben allein 2024 die staatliche Jägerprüfung bestanden – fast doppelt so viele wie 20 Jahre zuvor. Was treibt sie an, welche Erfahrungen bringen sie mit und welche Wünsche haben sie? Der Deutsche Jagdverband (DJV) als starke Stimme der Jagd will es genauer wissen. Ab sofort können Jagdschülerinnen und Jagdschüler an der mehrmonatigen, anonymen Online-Befragung über den Dienstleister Appinio teilnehmen. Ziel ist es, die Verbandsarbeit besser an den Ansprüchen künftiger Generationen auszurichten und zu zeigen, wie lebendig und vielseitig die Jagd heute ist. Unter interessierten Teilnehmern verlost der DJV in regelmäßigen Abständen wertvolle Gewinne aus dem DJV-Shop.

Bereits vierte Befragung: Trends sichtbar machen, Verbandsarbeit anpassen

Die inzwischen vierte Umfrage unter Jagdschülerinnen und -schülern soll Trends sichtbar machen. Zwischen 2011 und 2021 ist beispielsweise der Anteil der Frauen in Jagdschulen von 20 auf 28 Prozent gestiegen, zeigt die DJV-Umfrage aus dem Jahr 2021. Teilgenommen haben damals über 6.500 Kursteilnehmer. Das Durchschnittsalter bei Frauen ist im selben Zeitraum von 36 auf 33 Jahre gesunken. Knapp ein Viertel der Jagdschülerinnen und -schüler kam 2021 aus Städten. Menschen, die vor der Ausbildung keine Erfahrung mit der Jagd gesammelt haben, machten sogar über ein Viertel aus. Zehn Jahre zuvor war es nur jeder zehnte. Intensives Naturerlebnis, angewandter Naturschutz und Wildbret waren 2021 die Top-3-Gründe, die Jägerprüfung in Angriff zu nehmen. 

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Knapp 470.000 Jägerinnen und Jäger – Rekord

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Die Jägerschaft wächst – und das bereits seit einigen Jahren. Doch so viele Jägerinnen und Jäger wie aktuell gab es noch nie in Deutschland. Nun sind wir knapp 470.000!

Eine Jägerin mit Signalkleidung läuft auf einem Waldweg im Herbst. Nebendran läuft ein Jagdhund.

Foto: Grell/DJV

Dazu berichtet der Deutsche Jagdverband in einer Pressemitteilung: In Deutschland gibt es jetzt 467.682 Jägerinnen und Jäger – ein neuer Rekord. Damit haben im zurückliegenden Jahr 42 Prozent mehr Menschen den Jagdschein gelöst als drei Jahrzehnte zuvor. Ganz vorn liegt Nordrhein-Westfalen: Dort leben knapp 100.000 Menschen mit bestandener staatlicher Jägerprüfung. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen Bayern mit 83.000 und Niedersachsen mit 70.000. Diese Zahlen hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute anlässlich der Messe Jagd und Hund veröffentlicht, die ab morgen in Dortmund stattfindet. Grundlage sind Daten aus dem November 2025.

Im Norden ist die Jägerdichte am höchsten

Mit Blick auf die Einwohnerzahl ergibt sich laut DJV-Auswertung ein anderer Spitzenreiter: Pro 1.000 Einwohner leben in Mecklenburg-Vorpommern 10 Jägerinnen und Jäger – Platz 1. Danach folgen Niedersachsen (9) und Schleswig-Holstein (8). Bezogen auf die Jägerdichte liegt Nordrhein-Westfalen mit dem Wert 6 genau im Bundesschnitt. In Verbänden organisiert sind deutschlandweit 7 von 10 Jägern. Laut DJV-Umfrage ist der Jägerinnen-Anteil zwischen 2016 und 2022 um mehr als die Hälfte gestiegen – von 7 auf 11 Prozent. Das Durchschnittsalter der Jägerschaft ist im selben Zeitraum von 57 auf 56 Jahre gesunken.  

Ehrenamtlich unterwegs mit staatlicher Prüfung

Jungtiere mit der Drohne vor dem Mähtod retten, Kindern Natur nahebringen oder Arten zählen und schützen: Laut DJV-Umfrage verbringt jeder Jäger im Schnitt rund 40 Stunden pro Monat in der Natur und erledigt viele gesellschaftlich wichtige Aufgaben ehrenamtlich. Per Gesetz muss er für einen gesunden, artenreichen Wildbestand sorgen oder Wildschäden in Wald und Feld eindämmen – ebenfalls unbezahlt. Grundlage für die umfangreichen Aufgaben ist das Bestehen der staatlichen Jägerprüfung. Für Biotoppflege, Artenschutz sowie Schutz von Wald und Feld investieren Jägerinnen und Jäger insgesamt eine halbe Milliarde Euro jährlich aus eigener Tasche.

Darum wollen Menschen Jäger werden

Intensives Naturerlebnis, aktiver Naturschutz vor Ort und gesundes Fleisch: Das sind laut einer DJV-Umfrage die Hauptmotive für Menschen, die Jägerausbildung anzugehen. Über ein Viertel der Prüflinge hat angegeben, vor der Ausbildung keine Erfahrung mit der Jagd gemacht zu haben. Fast ebenso viele Menschen kommen inzwischen aus der Stadt. Jagdschüler kommen aus allen Berufsgruppen vom Azubi über Handwerker bis zum Beamten. Angestellte machen fast die Hälfte aus.

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